Apple plant offenbar eine bedeutende Erweiterung seiner Produktpalette nach oben. Laut einem Bericht von Mark Gurman von Bloomberg könnte das Unternehmen noch in diesem Jahr ein komplett neues MacBook-Modell mit der Bezeichnung „MacBook Ultra“ auf den Markt bringen. Das Gerät soll mit einem OLED-Display und Touchscreen ausgestattet sein und deutlich teurer werden als die bisherigen MacBook-Pro-Modelle.
- Apple plant ein MacBook Ultra mit OLED-Touchscreen für Ende 2026, das oberhalb der aktuellen MacBook-Pro-Modelle positioniert wird.
- Das Gerät soll mit M6-Chip, dünnerer Bauweise und Hole-Punch-Kamera ausgestattet sein und etwa 20 Prozent mehr kosten.
- Teil einer Ultra-Strategie: Apple plant auch ein faltbares iPhone Ultra und AirPods Ultra mit Kameras für rund 2.000 US-Dollar.
Ein neues Premium-Segment für MacBooks
Die Bezeichnung „MacBook Ultra“ deutet darauf hin, dass Apple seine Laptop-Reihe um ein zusätzliches Premium-Segment erweitern möchte, anstatt die bestehenden MacBook-Pro-Modelle zu ersetzen. Gurman zufolge wird das neue Gerät oberhalb der kürzlich vorgestellten M5-Pro- und M5-Max-MacBook-Pros positioniert, die weiterhin im Sortiment bleiben sollen.
Diese Strategie würde Apple ermöglichen, einen deutlich höheren Preis zu verlangen. Gurman erinnert daran, dass Apple bei der Einführung von OLED-Displays im iPhone X (2017) und iPad Pro (2024) die Preise jeweils um etwa 20 Prozent angehoben hat. Eine ähnliche Preissteigerung sei auch beim MacBook Ultra zu erwarten.
Teil einer umfassenderen Ultra-Strategie
Das MacBook Ultra fügt sich in eine größere Strategie ein, mit der Apple sein Produktportfolio sowohl im Einstiegs- als auch im Premium-Bereich erweitert. Am unteren Ende hat Apple gerade das MacBook Neo für 699 Euro vorgestellt, das mit Windows-Laptops und Chromebooks konkurrieren soll. Am oberen Ende plant das Unternehmen laut Gurman mindestens drei neue „Ultra“-Produkte für 2026:
- Ein faltbares iPhone mit einem Preis von etwa 2.000 US-Dollar, großem Innendisplay und Sensoren unter dem Display
- Neue AirPods, die oberhalb der aktuellen AirPods Pro positioniert werden und Computer-Vision-Kameras für Visual Intelligence und Siri enthalten
- Das MacBook Ultra mit Touch-fähigem OLED-Display
OLED steht für Organic Light Emitting Diode und bezeichnet eine Display-Technologie, bei der organische Materialien selbst leuchten, wenn Strom durch sie fließt. Im Gegensatz zu LCD-Displays benötigen OLED-Bildschirme keine Hintergrundbeleuchtung, was tiefere Schwarzwerte, höhere Kontraste und eine bessere Energieeffizienz ermöglicht. Apple nutzt OLED bereits in iPhone, Apple Watch und iPad Pro.
Technische Ausstattung und Design
Während die genaue Bezeichnung noch nicht feststeht, bezieht sich Gurman mittlerweile nicht mehr auf das Gerät als MacBook Pro, sondern als „das hochwertige MacBook mit Touchscreen und OLED“. Er räumt ein, dass Apple „den traditionellen MacBook-Pro-Namen beibehalten könnte“, aber eine MacBook-Ultra-Bezeichnung würde „ihre Position an der Spitze der Produktreihe deutlicher signalisieren“.
Das neue Gerät soll voraussichtlich Ende 2026 auf den Markt kommen. Die technischen Details deuten auf einen M6-Chip hin, der in TSMCs 2-Nanometer-Prozess gefertigt werden könnte. Neben dem OLED-Display und der Touchscreen-Funktion erwarten Beobachter ein dünneres und leichteres Design sowie eine Hole-Punch-Kamera anstelle der bisherigen Notch – ähnlich der Dynamic Island beim iPhone.
Die OLED-Technologie würde im Vergleich zu den aktuellen Mini-LED-Displays der MacBook-Pro-Modelle mehrere Vorteile bieten: höhere Helligkeit, besseren Kontrast mit tieferen Schwarzwerten, verbesserte Energieeffizienz und damit längere Akkulaufzeit.
Touchscreen-Integration in macOS
Die Integration eines Touchscreens in ein MacBook stellt eine bedeutende Kehrtwende für Apple dar. Das Unternehmen hatte jahrelang argumentiert, dass Touchscreens bei Laptops unpraktisch und nicht ergonomisch seien. Der letzte Versuch, Touch-basierte Funktionen in Macs zu integrieren – die Touch Bar ab 2016 – erwies sich als wenig erfolgreich und wurde ab 2021 wieder eingestellt.
Laut Gurman wird das MacBook Ultra jedoch Trackpad und Tastatur behalten, wobei Touch-Gesten die bestehende Funktionalität ergänzen sollen. Das Gerät soll ein „touch-freundliches Gerät“ werden, nicht eines, das „touch-zuerst“ ist. Nutzende sollen problemlos zwischen Touch-basierten und Point-and-Click-Eingaben wechseln können, unterstützt durch Änderungen in macOS 27.
Die Entscheidung für einen Touchscreen-Mac basiert laut Analyst Ming-Chi Kuo auf „langfristigen Beobachtungen des iPad-Nutzerverhaltens“, die darauf hindeuten, dass Touch-Steuerung in bestimmten Szenarien Produktivität und Nutzererlebnis verbessern kann. Zudem bieten viele Windows-Laptops mittlerweile standardmäßig Touchscreens, was den Druck auf Apple erhöht.
Auswirkungen auf das Mac-Lineup
Das MacBook Ultra könnte der Beginn einer umfassenderen Transformation der Mac-Produktreihe sein. Apple plant laut Gurman, die Touchscreen-Technologie zunächst mit dem MacBook Ultra zu testen, bevor sie möglicherweise auf andere Macs ausgeweitet wird. Wie gut die Funktion bei Verbrauchenden ankommt, wird darüber entscheiden, ob und wann weitere Mac-Modelle mit Touchscreens ausgestattet werden.
Parallel zum Premium-Segment baut Apple auch sein Einstiegssegment aus. Das kürzlich vorgestellte MacBook Neo mit A18-Pro-Chip und einem Startpreis von 699 Euro richtet sich an Studierende und Gelegenheitsnutzende.







